Die Genießerregionen

125 Doch die Silbermann-Orgel in Ettenheimmünster lässt ihn nie wieder los. Bis heute spielt der inzwischen längst arrivierte Geschäftsmann Andreas Luem noch wöchentlich auf der Silbermann-Orgel mit großer Begeisterung. Seit mehr als 30 Jahren, seit dem Jahre 1987, ist Andreas Luem Organist dieser bekannten Orgel! Er sagt dazu: „Solange Gott es will, spiele ich auf der Silbermann-Orgel!“ Im Fest- jahr 2019 wurde an das 250-jährige Jubiläum der Silbermann- Orgel mit vielen Konzerten weltweit bekannter Organisten erinnert. Die Silbermann-Orgel stand ursprünglich nicht an ihrem heutigen Platz in der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Landelin. Sie wurde eigentlich 1769 für die Klosterkirche der nahe gelegenen Benediktinerabtei gefertigt. Der Orgelbauer Johannes Andreas Silbermann (1712-1783), der den Auftrag des Orgelneubaus vom Benediktinerabt Augustin Dorn- blueth für 3.000 Gulden erhielt, hatte sich bis dahin schon einen guten Ruf als besonders qualifizierter Orgelmacher erworben. Silbermann hatte bereits 1736 als damals 24- jähriger Orgelbauer für ein Neubauprojekt in Neubreisach ein Gehäusemodell mit dem eleganten dreigliedrigen Mittel- turm entworfen, wie es aktuell abgewandelt auch in Etten- heimmünster zu sehen ist. Die heutige Silbermann-Orgel hat zwei Manuale und ein Pedal, 22 klingende Register (10 im Hauptwerk, 8 im Positiv und 4 im Pedal), Tremblant doux und Tremblant fort, Manual- schiebekoppel Positiv/Hauptwerk, Pedalkoppel Positiv/Pedal. Das Positiv der Orgel in Ettenheimmünster hat Silbermann nicht wie üblicherweise bei den zweimanualen Orgeln als Rückpositiv in die Emporenrüstung eingelassen, sondern hinterständig zwischen den beiden Pedalladen eingebaut. Silbermann, so wird vermutet, hatte mit dieser Anordnung eine klanglich begründete Absicht verfolgt, die sich wahr- scheinlich mit dem ehemaligen Orgelstandort in der Bene- diktiner-Abteikirche erklären lässt. Leider gibt es hierzu keine alten Pläne mehr von der Abteikirche, die diese Ver- mutung belegen könnten. Seit 250 Jahren begeistern der klare, helle, strahlende Klang und die unübertroffene meisterhafte handwerkliche Qualität der Orgel in Verbindung mit der barocken Architektur der Kirche und ihrer außergewöhnlichen Atmosphäre die Exper- ten weltweit. Ein von Albert Schweitzer überliefertes Zitat des berühmten Pariser Organisten und Komponisten Charles -Marie Widor bringt es mit den folgenden Worten gut zum Ausdruck: „Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren!“

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